Chronik

    Ein zeitlicher Rückblick auf die Feuerwehr in Wort und Bild.

    12. Juli 1891
    Gründung der Feuerwehr in Herzebrock
    Obwohl noch 1886 durch den damaligen Amtmann Brehme in einem Brief an den Königlichen Landrat festgestellt wurde, dass aufgrund der weit verstreuten Wohnhäuser und Anwesen eine Feuerwehr für Herzebrock nicht erforderlich sei, traf man sich am 12. Juli 1891 unter dem Eindruck eines vorhergegangen schweren Unwetters am 1. Juli zu einer außerordentlichen Versammlung im Gasthof Dombrink, um über die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu beraten.

    Im Verlauf dieser Zusammenkunft verpflichteten sich 82 Bürger zum Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr. In der darauf folgenden Versammlung am 17. Juli 1891 meldeten sich weitere 17 Männer. Sie wählten Förster Lörke zum Hauptmann des Feuerwehrvereins. Weiterhin wurden sein Stellvertreter, ein Schriftführer, ein Kassierer sowie ein Geräteaufseher und weitere drei Beisitzer bestimmt.

    Bis Ende 1891 wurde nach und nach die erste Ausrüstung, bestehend aus Moleskin-Joppen, Helmen, Signalhörnern, zwei Feuerleitern sowie verschiedenen Seilen und Beilen beschafft. Zum ersten Einsatz der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr kam es bereits am 10. August 1891, als in den frühen Morgenstunden ein Wohnhaus mitten im Ort ein Raub der Flammen wurde.

    1891 - 1914
    In den folgenden Jahren trat man dem Westfälischen Feuerwehrverband bei (1896) und beschloss, 1896 eine Feuerwehrkapelle zu gründen. 1912 wurden zwei Handdruckfeuerspritzen von der Gemeinde beschafft und in Dienst gestellt. Weiterhin trat man in diesem Jahr dem im Jahr 1911 gegründeten Kreisfeuerwehrverband bei. Am 15. Februar 1914 fand die letzte Generalversammlung vor dem Ersten Weltkrieg statt.

    1914 - 1918
    Da in den Protokollbüchern über die Kriegsjahre keine Eintragungen zu finden waren, muss davon ausgegangen werden, dass die Vereinstätigkeit ruhte. Der größte Teil der Mitglieder wurde zum Kriegsdienst herangezogen. Acht Mitglieder fanden im Fronteinsatz den Tod, andere kehrten verwundet oder krank in die Heimat zurück.

    1919 - 1932
    Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Nachkriegszeit trafen 1919 die übriggebliebenen Kameraden wieder zusammen. Eine durch den damaligen Amtmann angeordnete Sammlung bei Nichtmitgliedern der Wehr legte den Grundstock für die Beschaffung dringend benötigter Ausrüstung. Am 4. August 1920 verlor der Feuerwehrverein sein Vereinslokal. Durch eine defekte elektrische Leitung im Stall des Gasthofes Dombrink war ein Feuer entstanden, das die gesamte Besitzung vernichtete. Fortan wurden alle Versammlungen im Gasthof Heinermann abgehalten.

    Zu den Gerätschaften um 1922 gehörte unter anderem auch eine von zwei Pferden gezogene Handdruckfeuerspritze, die noch heute im Gerätehaus besichtigt werden kann. In der Zeit von 1921-1932 wurden 15 verheerende Brände im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr Herzebrock protokolliert.

    1933 - 1945
    Nach  der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland wurden alle freiwilligen Ortsfeuerwehren aufgelöst. Alle Feuerwehren wurden der Ortspolizei unterstellt. Da die Sollstärke der Feuerwehren festgelegt wurde, mussten 21 Kameraden 1934 aus der Feuerwehr austreten.

    Die Feuerwehr Herzebrock wurde zum Halblöschzug mit 27 Mitgliedern erklärt. 1936 wurde die 1896 gegründete Feuerwehrkapelle mangels Interesse aufgelöst. Nach langen Bemühungen wurde 1936 das erste motorisierte Fahrzeug angeschafft. Dabei handelte es sich um eine umgebaute Mercedes-Benz Limousine, die eine Tragkraftspritze auf einem Einachsanhänger mit sich führte.

    1941 kam das erste genormte Löschgruppenfahrzeug vom Typ Mercedes-Benz L1500 als leichtes Löschgruppenfahrzeug hinzu. Im Zuge der Reichskristallnacht kam es auch in Herzebrock am 10. November 1938 zu einer Brandstiftung in der Besitzung Rollmann. Die Feuerwehr wurde zwar alarmiert, durfte das Feuer jedoch nicht löschen, sondern musste sich darauf beschränken, benachbarte Gebäude zu schützen. Während des Zweiten Weltkrieges kam Herzebrock als einer der Orte, auf welche die ersten Fliegerbomben abgeworfen wurden, ins Gespräch. Sie richteten jedoch keinen größeren Schaden an. Obwohl Herzebrock im Einzugsgebiet des bedeutenden Fliegerhorstes Gütersloh lag, kam es im Verlauf nur zu wenigen kriegsbedingten Bränden. Vielmehr wurde die Feuerwehr häufiger zu Hilfeleistungen nach Gütersloh, Paderborn, Bielefeld und Hamm gerufen. Am 31. März 1945 war der Krieg mit dem Einrücken eines amerikanischen Panzerverbandes für die Gemeinde Herzebrock beendet.

    1945 - 1951
    Nach dem Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte wurden etliche Ausrüstungsgegenstände beschlagnahmt. Das Löschfahrzeug durfte die Feuerwehr jedoch behalten, da es zuvor durch einen cleveren Mitbürger fahruntüchtig gemacht wurde. Aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage nach dem Krieg war an Neuanschaffungen nicht zu denken. Somit musste vieles improvisiert und repariert werden. Erst nach Einführung der D-Mark normalisierten sich die Verhältnisse.

    1951 - 1959
    1951 wurde ein ehemaliger Wehrmachtskraftwagen in Eigenarbeit zum Mannschaftstransporter umgebaut. 1954 wurde durch die Gemeinde das erste Tanklöschfahrzeug übergeben. Finanziert wurde das Fahrzeug zu gleichen Teilen aus Mitteln der Feuerschutzsteuer, aus dem Amtshaushalt sowie aus einer Sammlungs- und Spendenaktion der Feuerwehr. Im Jahr 1957 wurde in Eigenarbeit ein Einachsanhänger gebaut. Dieser wurde mit einem Stromgenerator und einem Wasserwerfer bestückt.

    1960 - 1969
    1960 wurde das 1954 angeschaffte Tanklöschfahrzeug mit einer Seilwinde ausgestattet. Diese sollte bei Bränden auf landwirtschaftlichen Besitzungen die Arbeit beim Herunterbringen von schwelenden Heu- und Strohhaufen von Dachböden erleichtern. Am 7. April 1961 erhielten vier Kameraden des Löschzuges Herzebrock für ihre 40-jährige aktive Dienstzeit das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Im Jahr 1961 wurde ein neues LF 16-TS eingeweiht und an den Löschzug übergeben. 1963 wurde der Löschzug Herzebrock in den Katastrophenschutz integriert. Als Folge wurden dem Löschzug ein VLF sowie ein TLF 8 jeweils auf UNIMOG-Fahrgestellen zugeteilt. Neben den Hilfeleistungen und Brandeinsätzen kam es in dieser Zeit immer häufiger auch zu Verkehrsunfällen. Ein weiterer Gefahrenschwerpunkt wurde der nahegelegene Militärflughafen der RAF.

    1970 - 1979
    Am 21. Januar 1972 wurde die Jugendfeuerwehr der Gemeinde ins Leben gerufen. 1973 wurde das 19 Jahre alte, erste Tanklöschfahrzeug durch ein neues TLF 16/25 ersetzt. Als Besonderheit erhielt dieses Fahrzeug eine 5t-Seilwinde im Frontbereich. 1975 wütete in der Lüneburger Heide ein Feuer, das später in der Tagespresse und im Fernsehen als größte Brandkatastrophe in Deutschlands bezeichnet wurde. Der Löschzug Herzebrock unterstützte die Brandbekämpfungsmaßnahmen in der Nähe von Uelzen mit dem TLF 16/25 und 6 Mann Besatzung. Im Zeitraum zwischen 1970 und 1979 kam es zu weiteren Großbränden im Bereich des Löschzuges, wobei hier besonders der Brand der Von-Zumbusch-Schule am 5. Januar 1976 zu erwähnen ist. Am 3. März 1978 wurde die vom Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz gestiftete Standarte an den Löschzug

    1980 - 1989
    Im Mai 1981 feierte der Löschzug sein 90-jähriges Bestehen. Am Freitag, den 16. September 1983 wurde dem Löschzug das neue LF 16-TS übergeben, nachdem bereits im Februar 1981 das alte LF 16-TS bei einer turnusmäßigen Prüfung durch den TÜV als nicht mehr einsatzfähig erklärt wurde. Für die Übergangszeit wurde zur Sicherstellung des Brandschutzes durch die Kreisverwaltung ein LF 16-TS des überörtlichen Katastrophenschutzes zur Verfügung gestellt. Im Dezember 1985 wurde der bereits in die Jahre gekommene MTW durch ein ELW 1 ersetzt.

    1988 erhält der Löschzug ein neues LF 16/12, das am 8. April 1988 eingeweiht wurde. In diesem Zeitraum stieg die Anzahl der zum Teil schweren Verkehrsunfälle stark an. Aber auch wiederholte Abstürze von Militärjets, Hochwassereinsätze im Jahr 1981 und Einsätze aufgrund von Eisregen im Jahr 1987 wurden neben den Hilfeleistungen bei Brandeinsätzen protokolliert.

    1990 - 2000
    Im Juli 1991 feierte der Löschzug Herzebrock sein 100-jähriges Bestehen. Ende der 80er Jahre stellte sich heraus, dass das Gerätehaus für die Belange der Feuerwehr zu klein wurde. Auch der Standort mitten in Herzebrock war recht ungünstig. Der Rat der Gemeinde beschloss daher, ein neues Gerätehaus zu bauen. Nachdem ein passendes Grundstück an der B64 gefunden war, begannen im August 1994 die Bauarbeiten. Bereits im Juni 1995 konnte das neue Gerätehaus fertig gestellt werden. Die Übergabe fand dann im Juli 1995 statt. Von den Mitgliedern des Löschzuges Herzebrock wurden insgesamt 5000 Stunden in Eigenleistung erbracht. Das Gerätehaus verfügt u.a. auch über Räume und Einrichtungen, die zentral von allen Löschzügen der Gemeinde Herzebrock-Clarholz genutzt werden. So z.B. die Fahrzeugwaschhalle, der Atemluftkompressor, die Kleiderkammer, Schulungs- und Umkleideräume für die Jugendfeuerwehr, Lagerräume für Ölbindemittel, etc.